Forschung

Marie Saverino,

Additive Manufacturing Center an der TU Darmstadt eröffnet

Nach knapp zweijähriger Bauzeit nimmt das Additive Manufacturing Center an der TU Darmstadt seinen Betrieb auf. Es fungiert künftig für Industrie und Wirtschaft als zentrale Anlaufstelle für Fragestellungen und Expertise rund um die Additive Fertigung.

© AdobeStock/ Alexey Novikov

„Mit dem Additive Manufacturing Center (AMC) eröffnen wir einen Ort der gelebten Kooperation und Ort der Innovation“, so TU-Präsidentin Professorin Tanja Brühl. „Potenziale interdisziplinärer Forschung und neue Technologien werden für die Anwendung, insbesondere durch kleine und mittelständische Unternehmen, nutzbar gemacht. Entlang der gesamten digitalen Prozesskette der Produktentstehung bis hin zum Recycling ermöglicht das AMC eine enge Kooperation und Ko-Produktion zwischen Wissenschaft und Wirtschaft – ganz im Sinne des xchange-Gedankens der TU Darmstadt.“

Um diese Mission zu erfüllen, haben sich an der TU Darmstadt 13 Fachgebiete aus den Bereichen Maschinenbau, Materialwissenschaften, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften sowie Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in einem Gemeinschaftsprojekt organisiert.

Das Technologiezentrum verfügt über die neueste Ausrüstung und Software für die additive Fertigung, darunter fortschrittliche 3D-Drucker, CAD-Software und andere hochmoderne Werkzeuge. Einzigartig ist dabei, dass die komplette Fertigungsprozesskette – ausgehend von den Rohmaterialien über das Bauteildesign und den Druckprozess bis hin zur Qualitätskontrolle – in einem Gebäude dargestellt ist. Dadurch können sowohl Studierende als auch Mitarbeitende aus der Industrie praktische Erfahrungen mit den neuesten Technologien und Techniken auf dem Gebiet digital unterstützter Fertigungsketten sammeln.

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Das innovative AMC wird hochwertige Schulungsworkshops anbieten und Kooperationsmöglichkeiten bereitstellen. So bekommen insbesondere regionale mittelständische Unternehmen einen Zugang zum wissenschaftlichen und technologischen Potenzial der TU Darmstadt in neu entwickelten additiven Fertigungsverfahren.

„Mit dem 3D-Druck adressiert das AMC eine der innovativsten Produktionstechnologien, die unsere Produktionsweisen nachhaltig verändern werden. Der Fokus auf Aus- und Weiterbildung sorgt dafür, dass die innovative Technik und das Know-how für viele Fachkräfte der Zukunft zur Verfügung steht“, sagt Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Philipp Nimmermann.

Hierfür wurde ein neues Gebäude mit 1.160 Quadratmetern Nutzfläche an der Ottilie-Bock-Straße auf dem Campus Lichtwiese errichtet. Das Gebäude bietet Büroräume für ein kooperatives Arbeiten, Seminarräume für Schulungen und Weiterbildungen sowie Labor- und Versuchsflächen zur Pulverherstellung, die additive Fertigung, Nachbearbeitung sowie Werkstoff- und Bauteilanalytik. Das Projekt hat ein Gesamtbudget von 17,7 Millionen Euro. Die TU erhält dafür Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 8,85 Millionen Euro.

„Das AMC ist als Drehscheibe für die Aus- und Weiterbildung und die Kooperation zwischen der Industrie und der TU Darmstadt konzipiert“, sagt Professor Matthias Oechsner, einer der Initiatoren des AMC. „Wir sind der Überzeugung, dass dieses Zentrum als Ort gemeinsamer Entwicklungsprojekte einen wertvollen Beitrag zur Beschleunigung der Technologie- und Wissenstransfers von der akademischen Forschung in die industrielle Anwendung leisten wird.“

Die im Technologiezentrum angebotenen Schulungsworkshops werden fachübergreifend von Expertinnen und Experten der TU Darmstadt konzipiert und geleitet. Die Teilnehmenden lernen unterschiedlichste Arten von Fertigungstechnologien kennen und sammeln praktische Erfahrungen in den jeweiligen digitalen und realen Prozessschritten – von der Konzeption bis zum fertigen Produkt. Neben Grundlagen wie Arbeitssicherheit und Prozessführung behandeln die angebotenen Workshops auch fortgeschrittene Themen wie die Nutzung von Maschinellem Lernen für die schnellere Prozessadaption, die Nachbearbeitung, sowie die Werkstoffanalytik und die Bauteilprüfung.

3D-Druck ist eine echte Zukunftstechnologie, die immer mehr Bedeutung gewinnt. Dabei werden Werkstücke nicht mehr per Materialabtrag hergestellt, sondern, indem schichtweise Material aufgetragen – „gedruckt“ – wird, bis die gewünschte Form fertig ist. Die Technologie spart Kosten und Material, reduziert Produktionsabfall, gibt hohe Gestaltungsfreiheit, verkürzt Produktionszeiten und ermöglicht die Herstellung von Kleinmengen und sehr individuellen Produkten. Für die Entwicklerinnen und Entwickler sowie Anwenderinnen und Anwender bedeutet das im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsverfahren eine völlig neue Denkweise bei der Konstruktion von Bauteilen. Hier kommt das AMC ins Spiel. Es vermittelt das nötige Wissen. So stärkt die Einrichtung durch ihre Transfertätigkeit die Wettbewerbsfähigkeit der hessischen Unternehmen weiter.

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