KraussMaffei

Marie Saverino,

Stehtisch aus additiv verarbeiteten Recompounds

Auf der Compounding World Expo Europe im Juni wird KraussMaffei einen Stehtisch zeigen, der mit einem granulatbasierten Großformat-3D-Drucker gedruckt wurde. Clou an der Lösung: Die eingesetzten Rohstoffe basieren auf Recyclingware.

Der granulatbasierte Großformat-3D-Drucker Power Print mit einem wärmegedämmten Bauraum. © KraussMaffei

Hochwertige Rohstoffe sind für jeden Kunststoffverarbeitungsprozess von besonderer Bedeutung, wenn qualitätsvolle Endprodukte hergestellt werden. Basiert die Eingangsware auf Rezyklaten, so fällt dem Herstellprozess eine besondere Bedeutung zu. Der Zweischneckenextruder ZE Bluepower eigne sich mit seinem idealen Verhältnis von Schneckenvolumen zu -drehmoment für die optimale Schmelzehomogenisierung und die Einarbeitung von Additiven und, wie in diesem Falle benötigt, von Glasfasern, erklärt KraussMaffei.

Entsprechende Dosiersysteme für feste und bei Bedarf flüssige Zusatzstoffe sowie Entgasungsöffnungen, über die bei der Verarbeitung von Recyclingware neben Feuchtigkeit auch flüchtige Bestandteile und Geruchsanhaftungen entweichen können, komplettieren die Verfahrenseinheit eines ZE BluePower. So lässt sich das für die additive Fertigung benötigte Recompound auf Basis verschiedener Materialtypen und Rezyklatanteilen mit Glasfaser- oder Kohlefaserverstärkung und dem entsprechenden Farbmasterbatch in idealer Qualität herstellen.

Nachhaltige und effiziente Bauteilherstellung

Der Zweischneckenextruder ZE BluePower. © KraussMaffei

Der granulatbasierte Großformat-3D-Drucker Power Print bringt für die industrielle Herstellung von Bauteilen mehrere Besonderheiten mit sich. Durch die direkte Verarbeitung, der in der Compoundierlinie erzeugten Granulate, entfällt der Umweg über die Filamentherstellung, was den Prozess nicht nur flexibler, sondern auch wirtschaftlicher und nachhaltiger machen soll. Weiterhin ermöglicht der powerPrint den Druck von großformatigen Bauteilen mit bis zu 2 m x 2,5 m x 2 m. Dank des geschlossenen, wärmegedämmten Bauraums können so z. B. Gussformen für den Werkzeugbau, Autoklavkomponenten oder Rohr- und Kanalschächte mit einer hohen Prozessstabilität zuverlässig gedruckt werden. Damit stelle der großformatige 3D-Drucker eine zuverlässige und schnelle Industrielösung für die effiziente Produktion von endkonturnahen Bauteilen dar, so der Anbieter.

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Als extruderbasiertes System kann der Power Print nicht nur Granulate direkt verarbeiten, er ist auch flexibel hinsichtlich der einsetzbaren Rohstoffe bei Temperaturen bis 400 °C. Die Verarbeitungseinheit bietet zudem eine hohe Verschleißfestigkeit bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten. Kundenspezifische Designs seien jederzeit realisierbar.

Tischplatten aus Recyclingware

Jeder Tisch braucht nicht nur den Fuß, der in diesem Falle aus den 3D-Drucker stammt, sondern auch eine Tischplatte. Eben diese lässt sich auch aus Recyclingware herstellen. Auch für ihre Herstellung bietet KraussMaffei die passende Verarbeitungsmaschine. Besonderheit der auf der Messe gezeigten Tischplatte ist, dass es sich eigentlich um einen 5 mm-dicken Bodenbelag handelt, der auf einer Inline-Compoundier- und Laminieranlage entstand. Besonderheit zwei ist, dass es sich bei dem Bodenbelag um eine Mono-Materiallösung handelt, die wieder rezyklierbar ist. Während die auflaminierte Dekorfolie aus reinem PP hergestellt wird, kommt für die Kernplatte PP mit einem hohen Kreideanteil von 80 % zum Einsatz.

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