Vorträge auf Rapid.Tech und FabCon 3.D

Wie additive Fertigung der Formel 1 nutzt

Wie additive Fertigung Formel-1-Fahrzeuge schneller macht, darüber informieren Experten von Sauber zum Fachkongress Rapid.Tech, der mit der FabCon 3.D vom 20. bis 22. Juni 2017 in der Messe Erfurt stattfindet.

Steffen Schrodt, Leiter operatives Geschäft Windkanal bei der Sauber Aerodynamik. (Bild: Sauber)

In der Formel 1 entscheiden Bruchteile von Sekunden über Sieg und Niederlage. Höchstgeschwindigkeit auf der Rennstrecke setzt Tempo in der Fahrzeugentwicklung und -abstimmung voraus. Den Speed holt sich das F1-Team von Sauber nicht zuletzt aus der Aerodynamik-Entwicklung. Ein Treiber dafür ist die additive Fertigung. Die Effekte von 3D-Druck-Technologien in diesem Bereich stellen Christoph Hansen und Steffen Schrodt, Produktionsleiter Windkanal und Leiter operatives Geschäft Windkanal bei der Sauber Aerodynamik, in ihrem Keynote-Vortrag am 21. Juni vor, dem zweiten Tag von Rapid.Tech + FabCon 3.D in Erfurt.

300 Teile täglich für den Einsatz im Windkanal

An einem auf 60 Prozent skalierten Modell des Formel-1-Fahrzeugs testen Konstrukteure und Aerodynamiker täglich etwa 100 Optionen, für die immer wieder geänderte Bauteile gebraucht werden. „Mit konventionellen Verfahren ist das in diesen engen Zeitfenstern nicht machbar. Additiv können wir dagegen bis zu 300 Teile täglich für den Einsatz im Windkanal und am F1-Fahrzeug sowie für Drittkunden fertigen“, erläutern die Aerodynamik-Experten. Um den maximalen Output und minimale Lieferzeiten zu gewährleisten, wird der gesamte additive Fertigungsbereich inklusive Vor- und Nachbereitung im 24/7-Modus betrieben.

Anzeige
Christoph Hansen, Produktionsleiter Windkanal bei der Sauber Aerodynamik. (Bild: Sauber)

Die deutlich höheren Freiheitsgrade von 3D-Drucktechnologien für Konstruktion und Produktion im Fahrzeugbau bestimmen auch die Themen im Fachforum Automobilindustrie im Anschluss an den Keynote-Vortrag. „Ganz neue Lösungsansätze bieten heutige additive Verfahren beispielsweise für den Aftermarket Service. Ersatzteile müssen nicht mehr über Jahre vorgehalten und gelagert werden, sondern können nach Bedarf sozusagen auf Knopfdruck hergestellt werden. Die neuesten Druckergenerationen ermöglichen die Nutzung verschiedener metallischer Werkstoffe“, betont Frank Cremer, Leiter Vertrieb und Marketing bei Kegelmann und gemeinsam mit Dr. Bernhard Müller von der Fraunhofer-Allianz Generative Fertigung verantwortlich für das Fachforum Automobilindustrie.

Frank Cremer, Leiter Vertrieb und Marketing bei Kegelmann. (Bild: Kegelmann)

Weitere Themen und Vorträge

Neben dem Mehrwert der additiven Fertigung in der Ersatzteilversorgung sind Einsatz und technologische Herausforderungen des Laserstrahlschmelzens sowie additives Design und generative Verfahren im Automotive-Engineering und im Zulieferbereich Inhalte der Vorträge, die Referenten von BMW, Volkswagen Slovakia, Continental, EDAG, Hirschvogel, Kegelmann und FIT halten.

Neben dem Fachforum Automobilindustrie am 21. Juni werden am 20. Juni anwendungsorientierte Lösungen in den Fachforen Additive Lohnfertigung, Medizintechnik, Konstruktion, Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau sowie Elektronik vorgestellt. Am 21. Juni steht außerdem das Fachforum 3D-Metal-Printing auf dem Programm. Am 22. Juni diskutieren Experten Branchenthemen im Fachforum Luftfahrt. Parallel dazu finden am 21. und 22. Juni die Anwendertagung und das Fachforum Wissenschaft statt. Der letzte Messetag wird außerdem durch das Forum der Fraunhofer-Allianz Generativ ergänzt. as

Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige